07.06.2019 | News

Die Schnittstelle zwischen Biologie und Materialwissenschaften

Studentin von der ETH Zürich arbeitet an der Verbesserung der Oberflächen von Implantaten

Hatice Bilgic forscht in der Gruppe „Smart Biomaterials“ Foto: Hochschule Reutlingen

Maren Haldenwang

Hatice Bilgic studiert seit 2013 an der renommierten Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH Zürich) den Studiengang „Gesundheitswissenschaften & Technologie“ und ist für ihre Praxis- und Thesis-Phase im Master an die Fakultät Angewandte Chemie nach Reutlingen gekommen. In ihrem Projekt erforscht sie das Verhalten von Zellen auf gekrümmten Oberflächen.

Wie sich Zellen bewegen und welche Formänderungen sie auf winzigsten Strukturen annehmen, daran wird schon seit längerem erfolgreich geforscht. Bisher werden allerdings nur eckig hervorstehenden Mikrostrukturen untersucht.

Neu an dem Projekt von Frau Bilgic ist, dass rundliche Strukturen verwendet werden. Die Verwendung dieser Strukturen kommt der Realität viel näher, weil in unserem Körper die Zellen in Umgebungen leben, die gekrümmte Oberflächen in verschiedenen Größenskalen aufweisen.

„In meinem Projekt untersuche ich speziell das Zellverhalten von menschlichen Bindegewebszellen auf solchen Oberflächen. Ich kultiviere hierfür Zellen auf Substraten, die nach außen gewölbte Mikrostrukturen aufweisen“, erklärt sie. „Beeinflusst wird das Zellverhalten zum Beispiel von Wachstumsfaktoren, der Steifigkeit der Umgebung oder elektrischen Feldern,“ berichtet sie weiter.

Bilgic legt dar, dass die Forschung an Zellen und wie sie die Signale aus der Umgebung verarbeiten, für die Medizintechnik bedeutend ist: „Wenn wir mehr Wissen über die Interaktion und die Reaktion der Zellen auf bestimmte geometrischen Eigenschaften gewinnen, können in der Medizintechnik die Oberflächen von Implantaten gezielt verbessert werden.“ Das Ziel ist, dass Implantate vom Körper noch besser angenommen werden.

Auf der Suche nach einer geeigneten Praktikumsstelle ist sie auf die Fakultät Angewandte Chemie an der Hochschule Reutlingen mit der Gruppe „Smart Biomaterials“ von Prof. Dr. Kemkemer gestoßen. Noch bis August ist Hatice Bilgic in Reutlingen und plant auch künftig in der Forschung tätig zu sein.