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15.12.08

19. Umwelttag des Masterstudiengangs Umweltschutz

Autor: Prof. Dr. Wolfgang Honnen

Ausgezeichnet: Orestis Anastasakos (Mitte, links) und Dennis Arendt (Mitte, rechts), die die besten Masterarbeiten des Masterstudiengangs Umweltschutz erstellt hatten, links Prof. Dr. Wolfgang Honnen (Hochschule Reutlingen), rechts Prof. Dr. Hans-Karl Hauffe (Hochschule Nürtingen)

Moderne Umwelttechnologien machen nicht nur eine nachhaltige, sondern auch eine ökonomisch attraktive Energieversorgung möglich. Dies machte der diesjährige Umwelttag des gemeinsamen Masterstudiengangs Umweltschutz der Hochschulen Reutlingen, Nürtingen, Esslingen und Stuttgart deutlich.

Nach einer Begrüßung durch den Rektor der Hochschule Nürtingen, Prof. Dr. Werner Ziegler, führten die Kollegen Prof. Dr. Hans-Karl Hauffe von der Hochschule Nürtingen und Prof. Dr. Wolfgang Honnen von der Hochschule Reutlingen das zahlreich erschienene Fach-, Studierenden- und Alumni-Publikum durch das spannende Programm.

Insgesamt wurde auf dem 19. Umwelttag deutlich, dass das Spannungsfeld der Energieversorgung neue Möglichkeiten für ökologisch verträgliche Lösungen birgt, die durchaus auch ökonomisch attraktiv sein können. Dabei spielt die Technologie eine Schlüsselrolle und es ist zu erwarten, dass der Bereich Energietechnik in Zukunft viele interessante Arbeitsbereiche für Ingenieurinnen und Ingenieure bieten wird.

Zu den Referenten des Umwelttags gehörte Manfred Haberzettel von EnBW Energie Baden-Württemberg AG. Er zeigte Perspektiven der Energieversorgung in Deutschland auf und verdeutlichte, dass sich weder global noch deutschlandweit eine Entkoppelung von Wachstum und Energieverbrauch abzeichnet. Vor diesem Hintergrund waren sich die Experten der Tagung einig, dass die effizientere Nutzung vorhandener Energieträger deutlich größerer Aufmerksamkeit bedarf.

Christian Wilckens von der Fichtner GmBH&Co. KG demonstrierte dazu als praktisches Beispiel ein modernes, fossil befeuertes GuD-Kraftwerk in Norwegen, bei dem zusätzlich der CO2-Ausstoß durch die konsequente Anwendung der CCS-(Carbon Capture and Storage)-Technik erheblich reduziert werden soll.

Eine andere Perspektive nahm Dr. Reiner Buck vom Institut für Technische Thermodynamik der DLR in Stuttgart ein. Er befasste sich mit der Frage, ob solarthermische Anlagen in den Wüsten Afrikas den Energiebedarf in Europa mit abdecken könnten. Rein rechnerisch und mit dem Einsatz neuester Technologien könnte eine Fläche von 40 mal 40 Kilometern den europäischen Grundbedarf an Strom sichern. Die Technik als solche ist erprobt. Er zeigte etliche Beispiele bereits installierter solarthermischer Kraftwerke, die hervorragend arbeiten.

Professorin Dr. Ursula Eicker von der Hochschule Stuttgart lenkte die Perspektive wieder zurück auf das alltägliche Umfeld, das Wohnen. Hier fällt in Deutschland immer noch der Löwenanteil des Energieverbrauchs an. Damit liegt dort auch das größte Einsparpotential. Dies ließe sich laut Eicker neben besserer Gebäudedämmung insbesondere durch den Einsatz der Solarthermie zum Heizen und Kühlen nutzen. Darüber hinaus bietet die Nutzung von Erdwärme enorme Potentiale, wie Andreas Kiefer vom Ingenieurbüro Kiefer, Kirchheim, anhand verschiedener Beispielen ausführte.

Im Rahmen der Veranstaltung verliehen Prof. Dr. Hans-Karl Hauffe und Prof. Dr. Wolfgang Honnen den Umweltpreis an die beiden besten Absolventen des Masterstudiengangs Umweltschutz. Der von der Firma Beton Marketing Süd gestiftete Preis wurde an Orestis Anastasakos und Dennis Arendt vergeben, die die besten Masterarbeiten des Jahres 2008 erstellt hatten. Der Preisträger Orestis Anastasakos hatte seine Arbeit zum Thema Prozesswasserhygienisierung bei der Daimler AG in Sindelfingen erstellt und wurde von Prof. Dr. Wolfgang Honnen betreut.

Der der Fakultät Angewandte Chemie angegliederte Masterstudiengang Umweltschutz feiert im nächsten Jahr sein 20-jähriges Jubiläum. Der 20. Umwelttag wird daher in entsprechendem Rahmen am 4. Dezember 2009 in Kooperation mit dem Umweltministerium Baden-Württemberg als groß angelegtes Umweltforum gestaltet werden.